Küpper-Ortmann - Mikropolitik Kommentar
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Sehr interessanter, fast ausschließlich theoretischer Sammelband mit Beiträgtn von vielen "großen" der (kritischen) Organisationsforschung. Im folgenden kurze Bemerkungen zu den einzelnen Beiträgen:
Teil I: Macht, Mikropolitik und Spiele in Organisationen
* Ortmann, G.: Macht, Spiel, Konsens: * Bosetzky, H.: Mikropolitik, Machiavellismus und Machtkumulation: * Friedberg, E.: Zur Politologie von Organisationen: * Neuberger, O.: Spiele in Organisationen, Organisationan als Spiele:
Teil II: Macht und Rationalität
* Becker, A./Küpper, W./Ortmann, G.: Revisionen der Rationalität: * Berger, U: Rationalität, Macht und Mythen: * Duda, H./Fehr, E.: Macht und Ökonomie. Das Beispiel atomistischer Arbeitsmärkte:
Teil III: Organisation, Akteur und System
* Staehle, W.H.: Macht und Kontingenzforschung: eher uninteressanter Beitrag; Verweis auf Sydow (1985), der "im Handlungsspielraum ein Brückenkonzept zwischen deterministischen und voluntaristischen Ansätzen" sehe * Luhmann, N.: Organisation: Organisation als Entscheidungsketten; Selbstreferentialität und Autopoiesis * Martens, W.: Organisation, Macht Kritik: Sehr gute Replik auf marxistisch-reduktionistische Versuche, organisationale Macht und Ausbeutung einzig auf dichotome Denkschemata wie "Eigentum und Nichteigentum von Produktionsmitteln, Subjekt und Objekt, Beherrschung und Selbstbestimmung, Management und Arbeiter" (S. 196) zurückzuführen. Interessanterweise ist diese Erkenntnis Ergebnis der marxistisch inspirierten "Labour Process Debate". Martens hält in diesem Zusammenang (S. 197)fest,dass "Überall wo überkomplexe und disharmonische Entscheidungsmöglichkeiten in der Form von Organisationen reduziert werden müssen, Macht eine wichtige Rolle spielen kann. Die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse impliziert daher keineswegs, daß auf MAcht in Organisationen verzichtet werden kann. So erweist sich die Vorstellung einer demokratischen Organisation der Arbeit, in der die Arbeiter selbst ihre Arbeit beherrschen und (soweit als möglich) nach Maßgabe ihrer Bedürfnisse und Vermögen gestalten, als utopischer MAßstab. Diese Vorstellung kann nicht als ein realistischer normativer Maßstab einer kritischen Theorie moderner Organistation fungieren. Ein derartiger Maßstab hätte mit der in der modernen Welt gegebenen Überkomplexität und Disharmonie der Entscheidungsmöglichkeiten und den daraus resutlierenden Koordninationsschwierigkeiten zu rechnen." Daneben ergänz Martens sehr luzide die Luhmann'sche Entscheidungstheoretische Erklärung der Organisation um die Dimension der Attraktivität, die er in drei Formen, einmal als Attraktivität der Kommunikation selbst, einmal zu einem Zweck oder Wert willen und einmal für "übergeneralisierte Werte wie Geld, Status und Macht" (S. 206 f.). * Ortmann, G.: Handlung, System, Mikropolitik:
